dieUmweltDruckerei – Was eine nachhaltige Druckerei für die Umwelt leisten kann

In den letzten Tagen und Wochen sind euch vielleicht unsere Flyer und Plakate in der Innenstadt, Garching und Freising aufgefallen. Jedes Semester drucken wir diese zum jeweiligen Ringvorlesung-Semester-Thema, um euch zu informieren und Interessierte auf die Vorlesung aufmerksam zu machen.
Aber: Wie umweltfreundlich kann das sein? Fällt da nicht total viel Papier an, dass danach nicht wieder benutzt wird? Wie kann man das umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten?
Das haben wir uns auch gefragt, sind dann auf dieUmweltDruckerei gestoßen und drucken seit mehreren Jahren unsere Werbematerialien mit ihnen. Damit wir und auch ihr mehr über die Druckerei erfahren könnt, haben wir hier ein kurzes Interview mit Dr. Kevin Riemer-Schadendorf, dem Leiter für Nachhaltigkeit und Kommunikation der Umweltdruckerei zusammengefasst.


In einem Satz: Was hebt dieUmweltDruckerei ab von anderen Druckereien?

dieUmweltDruckerei druckt klimaneutral mit Bio-Farben und Ökostrom auf 100 % Recyclingpapier.

Uns würde zunächst Ihr Klientel interessieren; gehören eigentlich auch nicht umweltfokussierte Zielgruppen zu Ihren Kund*innen?

Unsere Kund*innen kommen überwiegend aus dem Bereich Nachhaltigkeit; das heißt Unternehmen, die öko-faire Produkte anbieten oder Organisationen, die sich für Soziales sowie Klima-, Natur-, und Artenschutz engagieren. Natürlich haben wir aber auch viele aufgeklärte Privatkund*innen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen. Konsument*innen, die sich so gar nicht für Umwelt- und Klimaschutz interessieren, drucken zumeist woanders.

Wie hat sich die Nachfrage nach Ihren Öko-Druckprodukten in den letzten Jahren verändert?

Im Zuge der Fridays for Future-Bewegungen ist Klimaschutz in aller Munde. Wir müssen viel weniger aufklären, was es beispielsweise mit Klimaneutralität auf sich hat oder warum es sinnvoll ist, den eigenen CO2-Abdruck zu reduzieren. Uns gibt es seit 2009 – seitdem dürfen wir uns über einen organischen Wachstum freuen.


Wenn die Nachfrage hoch ist – warum machen es nicht mehr Druckereien wie Sie? Ihrer Einschätzung nach, was genau könnte diese davon abhalten?

Der Preis! Umweltkosten zu externalisieren ist schlichtweg günstiger, als diese zu internalisieren. Dadurch erhalten konventionelle Druckereien leider einen Wettbewerbsvorteil, weil sie günstiger produzieren können. dieUmweltDruckerei bezahlt schlichtweg mehr für 100 % Ökostrom, unsere mineralölfreien Druckfarben und qualitatives Recyclingpapier sowie auch für die CO2-Kompensation. Die Konkurrenz ist groß auf dem Druckmarkt und der Preis spielt für viele Kund*innen noch immer das entscheidende Argument bei ihrer Druckereiwahl. Es zeigt sich jedoch, je besser die Konsument*innen informiert sind und je größer die Klima- und Umweltbewegung wird, desto mehr Druckereien bieten wahlweise auch einen zumindest ökologischeren Druck an. Die steigende Nachfrage nach Öko-Printartikeln verändert somit positiv das ökologische Druckangebot.


Jetzt haben Sie erläutert, was andere Druckereien unternehmen können, doch wie sieht es auf individueller Ebene aus? Was können wir als Student*innen tun, um beispielsweise ressourcenbedachter mit Papier umzugehen? Haben Sie Tipps?

Wir haben jede Menge davon! Doch diese spezifischen und allgemeinen Tipps zur Nachhaltigkeit stehen auf unserem Blog. Hier finden sich beispielsweise Infos für Studierende, die auch zuhause ressourcenschonend drucken möchten oder schlichtweg ganz allgemeine Anregungen suchen, um den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten.

Dr. Kevin Riemer-Schadendorf,
Leiter für Nachhaltigkeit und Kommunikation bei der Umweltdruckerei